Follow The Grant

WissenschaftlerInnen erhalten für ihre Arbeit häufig geldwerte Leistungen, z.B. von Unternehmen, wodurch ihre Entscheidungen - auch unbewusst - beeinflusst werden können. Dennoch sind solche Interessenkonflikte im Forschungsbereich für die Bürgerinnen und Bürger oftmals nicht transparent und daher immer wieder Gegenstand aufwändiger investigativ- oder wissenschaftsjournalistischer Recherchen.

Um mehr Transparenz zu schaffen, fordern wissenschaftliche Journale von ihren AutorInnen, Interessenkonflikte bei der Publikation ihrer Artikel in Conflict of Interest (COI)-Statements offenzulegen. Hier setzt Follow the Grant an.

Datenbank für mehr Transparenz

Im Projekt soll eine Datenbank entwickelt werden, welche Angaben über Interessenkonflikte aus wissenschaftlichen Publikationen sammelt, systematisiert und auswertet.

Mithilfe eines Web-Scrapers werden COI-Statements aus wissenschaftlichen Publikationen extrahiert und dann die Beziehungen zwischen AutorInnen und Unternehmen ermittelt. Ein Red-Flag-Tool soll eventuelle Widersprüche bei COI-Angaben sichtbar machen. JournalistInnen können die Datenbank nutzen, um über eine Suchmaske nach Namen von ForscherInnen oder auch GeldgeberInnen zu suchen.

Damit entsteht erstmals ein Werkzeug, das die Basis für automatisierte Recherchen in diesem Bereich schafft. Es soll die Hürden für Recherchen im Wissenschaftsjournalismus senken und als gemeinnütziges Tool für die Community kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Das Projektteam von Follow the Grant

Hristio Boytchev ist freier Journalist mit Fokus Investigativ- und Datenjournalismus. Von 2015 bis 2017 war er Reporter bei dem gemeinnützigen Recherchezentrum „Correctiv“. Zu den Auszeichnungen von Hristio gehören der Carl-Sagan-Preis der GWUP 2017, der 3. Preis Wissenschaftsjournalist des Jahres 2016 des „Medium Magazins“ und ein Arthur-F.-Burns Fellowship bei der „Washington Post“ 2012. Hristio hat ein Diplom in Biologie von der TU Dresden und einen Master in Journalismus von der Complutense Universität Madrid.

Edgar Zanella Alvarenga ist freier Softwareentwickler und setzt sich für die co-kreative Erstellung und Vermittlung von offenem Wissen ein. In Brasilien entwickelte er u.a. Stoa, ein Netzwerk für die Universität Sao Paolo, um Kursmaterialien zu teilen. Als Tech Lead bei Open Knowledge Brazil engagierte er sich in Projekten gegen Korruption und für demokratische Partizipation. Bei der Open Knowledge Foundation Deutschland arbeitete er an den Projekten edulabs und Offener Haushalt. In Brasilien hat Edgar als Bioinformatiker in der Forschung gearbeitet.

Information zum Förderprogramm

Das Projekt Follow The Grant wird vom MIZ-Babelsberg im Rahmen der Innovationsförderung für Medienprofis gefördert.