Dokukratie

Portraitfoto des zweiköpfigen Projektteams von Dokuratie, Arne Semsrott und Stefan Wehrmeyer
Medienprofis

Was sind eure Projektziele?

Dokumente aus den Parlamentssystemen wie kleine Anfragen, Ergebnisse von Untersuchungsausschüssen und Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste sind in Deutschland alleine auf 17 verschiedenen Parlaments-Websites zu finden, die jeweils unterschiedlich funktionieren. Dokumentensysteme sind teilweise so programmiert, dass Suchmaschinen wie Google den Inhalt nicht indizieren können und sie somit nur über die website-interne Suche zugänglich sind. Dies erschwert insbesondere im Lokaljournalismus investigative journalistische Recherchen.

Mit dem Projekt Dokukratie wollen wir die Macht der Dokumente möglichst vielen Journalist:innen zugänglich machen. Das Portal schafft ein zentrales Interface, über das Dokumente des Bundestags, der Landtage und verschiedener Behörden durchsucht, heruntergeladen, nach Themen sortiert und in eigenen Projekten abgespeichert werden können. Dokukratie scraped dazu kleine Anfragen, Gutachten sowie Dokumente aus Untersuchungsausschüssen automatisiert von den Behördenwebsites und stellt sie zusammen mit zahlreichen innovativen Funktionen zentral bereit.

Als Best Practice wird Dokukratie gemeinsam mit Lokalredaktionen eine Recherche mit Landtagsdokumenten durchführen und die Ergebnisse aufbereiten.

Wie verändert Dokukratie die Medien bzw. den Journalismus?

Mit Dokukratie können Journalist:innen und Faktenchecker:innen schnell ihre Arbeit mit offiziellen Informationen untermauern. Es ist geplant, auf der Website nicht nur die Infrastruktur für Recherchen bereitzustellen, sondern auch beispielhaft interessante Dokumente aufzubereiten. Ziel ist dabei ein dauerhafter Wissenstransfer in Redaktionen.

Nicht nur die Ergebnisse von Dokukratie sind als Open Data offen zugänglich. Die gesamte Software - darunter auch die Scraper - werden als Open Source unter einer freien Lizenz bereitgestellt. Damit können Redaktionen sie entweder für eigene Bedarfe anpassen oder mögliche Ungenauigkeiten selbst korrigieren. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass wichtige Arbeit nicht wie bisher mehrfach erledigt wird und nötige Anpassungen schnell vollzogen werden können.

Wer seid ihr?

Dokukratie wird geleitet von Arne Semsrott. Er ist langjähriger Leiter von FragDenStaat, Träger des Otto-Brenner-Preises für kritische Medienpublizistik 2015 und 2016, wurde 2015 und 2019 für den Grimme Online Award nominiert und erhielt 2018 das Kartographen-Stipendium. Ihn unterstützt der Entwickler und Datenjournalist Stefan Wehrmeyer. Er gehörte u. a. 2014 zu den „Top 30 bis 30“ des medium magazins, erhielt den 3. Preis des dpa-Infografik-Award in der Kategorie „Interaktiv“, 2015 den 2. Preis in der Kategorie „Internet” beim Axel-Springer-Preis für junge Journalisten, 2016 mit dem Recherchebüro Correctiv den Deutschen Reporterpreis und 2018 den UmweltMedienpreis in der Kategorie Online.

Informationen zum Förderprogramm

Das Projekt wird im Rahmen der MIZ-Innovationsförderung für Medienprofis gefördert.

Ansprechperson

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Marion Franke

Förderung

Marion leitet den Bereich Innovationsförderung. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Fragen zu den Förderbedingungen, der Antragstellung und verantwortlich für die Betreuung der Projekte.

+49 331 58 56 58-26