9. September 2026

Inspiration Day 2026

09:30–17:00 Uhr

Einlass ab 9:00 Uhr

im MIZ Babelsberg

Mit dem Inspiration Day bringen das MIZ Babelsberg, die Medienanstalt Berlin-Brandenburg und Netzwerk Recherche innovative Ansätze für den Lokaljournalismus dorthin, wo sie gebraucht werden: in die Redaktionen und Medienhäuser.

Wir stellen euch acht inspirierende Best Practices, Tools und Methoden aus unseren Förderprogrammen vor. Anschließend könnt ihr sie in zwei Workshop-Phasen auf Praxistauglichkeit für eure journalistische Arbeit testen, Feedback geben und die Lösungsansätze voranbringen.

Bis zum 1. September 2026 könnt ihr euch anmelden. Die reguläre Anmeldefrist ist zwar bereits abgelaufen, es sind aber noch letzte Plätze frei. Meldet euch gerne noch an. Wir versuchen, eure Workshop-Wünsche bestmöglich zu berücksichtigen.

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Inspiration Keynote

Speakerin

Lokaljournalismus und sein Publikum: Warum uns die Klickzahlen zu Recht erwischt haben

Publikumsorientierung und publizistischer Auftrag gelten oft als Gegensätze. Sind sie aber nicht. Das Spannungsfeld zwischen beiden ist keine Bedrohung für den Lokaljournalismus – es ist seine Daseinsberechtigung. Wer lernt, darin zu navigieren, macht nicht nur besseren Journalismus, sondern den einzigen, der wirklich unersetzbar ist.

Dr. Inge Kreutz ist seit 25 Jahren Journalistin und überzeugt: Publikumsorientierung und publizistischer Auftrag sind zwei Seiten desselben Handwerks. Als Mitglied der Chefredaktion des Trierischen Volksfreunds verantwortet sie das Editorial Development. 2023 promovierte sie an der Uni Trier über lokale Politikberichterstattung – und lehrt dort auch.

Erste Einblicke gibt sie schon jetzt: Das kurze Interview findet ihr hier.

Speakerin

Dr. Inge Kreutz

Newsmanagerin & Mitglied der Chefredaktion

Trierischer Volksfreund​

Workshop-Phase 1 (11:00-13:00 Uhr)

Workshopgebende

Kommunalpolitik als Recherchethema – gefangen im Ratsinformationssystem?

Kommunalpolitik passiert täglich – in Beschlüssen, Protokollen, Vergabedaten. Alles öffentlich, aber kaum zugänglich in heterogenen Ratsinformationssystemen. Im Workshop testet ihr live, wie KI-gestützte Suche, Chatbot und Heatmaps diese Daten als Recherchequelle erschließen. Ein Laptop ist erforderlich.

Kolja und Lisa sind die Gründer:innen von Poliscope. Poliscope macht kommunalpolitische Daten aus über 4.500 deutschen Ratsinformationssystemen KI-gestützt durchsuchbar – für Redaktionen, die lokale Debatten systematisch recherchieren wollen. Denn Demokratie beginnt lokal und genau dort sollte sie sichtbar und zugänglich sein. In der MIZ-Innovationsförderung entwickeln sie aktuell das Poliscope Journalism Toolkit.

Workshopgebende

Lisa Baron

Co-Gründerin & Geschäftsführerin

Poliscope Journalism Toolkit

Kolja Martens

Co-Gründer, Geschäftsführer & Frontend-Entwickler

Poliscope Journalism Toolkit

Eine Reise in die völkische Esoterik: Verdeckte Recherche in geschlossenen Milieus

Wie recherchiert man dort, wo Transparenz gezielt verhindert wird? Der Workshop gibt einen praxisnahen Einblick in verdeckte journalistische Arbeit in abgeschotteten und extremistischen Szenen. Anhand seiner Recherche im Umfeld der Anastasia-Bewegung zeigt Alexander Kalski sein Vorgehen von der Entwicklung einer belastbaren Tarnidentität über Sicherheitsstrategien bis hin zu OSINT-Methoden. Praktische Übungen ermöglichen es den Teilnehmenden, zentrale Techniken direkt anzuwenden.

Alexander Kalski ist seit vier Jahren Journalist bei der Ostsee-Zeitung in Rostock und seit Dezember 2024 im Investigativteam der Lokalzeitung. Er recherchiert unter anderem zu lokalpolitischen und Sicherheitsthemen und setzt dabei einen Schwerpunkt auf Extremismus. 2026 hat er das Fellowship Lokale Recherche von Netzwerk Recherche absolviert.

Workshopgebende

Alexander Kalski

Redakteur

Ostsee-Zeitung

© Redaktionsnetzwerk Deutschland

Vom Text zu Kontext – Geschichten in visuellen Slides erzählen

Am Anfang war das Wort. So sind die Ergebnisse der journalistischen Arbeit häufig Texte. In diesem Workshop lernen wir ein Framework kennen, mit dem wir unsere Geschichten in Hochkant-Formaten erzählen. Vom Bericht bis zur Reportage. Visuell ansprechend und journalistisch. Für Social Media und unsere eigenen Plattformen. Viele internationale Medien setzen bereits seit Längerem auf diese Erzählform.

Gregor Landwehr ist Journalist, Gründer mehrerer Tech-Startups und Projektleiter bei der Digital Revenue Initiative (DRIVE) der dpa und Highberg. Bei allen Tätigkeiten geht es ihm darum, Formate zu entwickeln, die Nutzer:innen fesseln und die Bindung und Zahlungsbereitschaft fördern. Im Rahmen der MIZ-Innovationsförderung hat Gregor Landwehr gemeinsam mit seinem Team Slidy entwickelt.

Workshopgebende

Gregor Landwehr

Projektleiter

Slidy

Von Wohnzimmertalk bis Wahlforum: Live-Formate im Lokalen

In Zeiten von KI und diversifizierter Mediennutzung sind Vertrauen und Nähe die stärksten Währungen im Lokaljournalismus. Sie lassen sich u. a. mit analog-digitalen Gesprächsformaten vor Ort schaffen. In der Session stellt Dörthe Ziemer verschiedene Formate vor und was am Ende für Redaktion und Publikum dabei herauskommt. Teilnehmende skizzieren und diskutieren eigene Ideen.

Dörthe Ziemer ist freie Journalistin und hat 2021 das lokale Online-Magazin Wokreisel gegründet. Zuvor war sie als Reporterin für Lokalmedien, als Redakteurin für das gemeinnützige Mediennetzwerk n-ost sowie als Pressesprecherin einer Kommune tätig.

wokreisel wurde im Rahmen der Lokaljournalismus-Förderung der mabb gefördert.

Workshopgebende

Dörthe Ziemer

Gründerin

Wokreisel

© Peter Becker

Workshop-Phase 2 (14:00–16:00 Uhr)

Workshopgebende

Recherchieren und analysieren mit KI: Quellenschutz und Datenethik in der Praxis

KI verändert die Recherche – aber wie bleiben Quellenschutz und Datenethik gewahrt? Der Workshop richtet sich an Journalist:innen und alle Recherchierenden, die KI sicher und verantwortungsvoll einsetzen wollen. Anhand der macOS-Anwendung synpose werden praxistaugliche Methoden für die lokale und Cloud-freie Datenanalyse vermittelt.

Frederic von Vlahovits ist promovierter Musikwissenschaftler und Gründer von Representing Artists. Als ehemaliger Product Owner bei idealo und Research Software Engineer an der Akademie der Wissenschaften verbindet er digitale Produktentwicklung mit geisteswissenschaftlicher Forschungsexpertise. Er ist Projektleiter von synpose, das er im Rahmen der MIZ-Innovationsförderung gemeinsam mit seinem Team entwickelt.

Julius Peinelt ist Gründer von Coding Friends und Softwareentwickler von synpose. Er studierte Informatik und Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und Raumfahrt. Als Code-Spezialist verfügt er über tiefes Know-how in Softwareentwicklung und KI-Technologien.

Workshopgebende

Frederic von Vlahovits

Projektleiter

synpose

Julius Peinelt

Softwareentwickler

synpose

Tolles Thema, aber wo ist die Story?

Ihr habt ein richtig gutes Thema und große Flausen für einen noch größeren Storytelling-Podcast? Nur wie erzählt man eine gute Geschichte? Anhand von zwei Beispielen schaut ihr euch an, wie Storytelling funktioniert. Ihr sprecht über Plot Points, Turning Points, Character Building und was „kill your darlings“ wirklich heißt.

Swantje Reuter ist Radioautorin, Podcasthost und -produzentin. Im Radio veröffentlicht sie vor allem zu Landwirtschaft und Klimawandelanpassung. Mit ihrem Kollektiv, dem audiokombinat, erzählt sie vor allem Geschichten über Verdrängung – zuletzt in der Clubszene mit dem Storytelling-Podcast „Selling Techno“.

audiokombinat wurde im Rahmen der Lokaljournalismus-Förderung der mabb gefördert.

Workshopgebende

Swantje Reuter

Co-Gründerin

audiokombinat

© Johanna Börse

Gemeinsam Geschichten weiterbringen: Lösungen für schwierige Recherchen finden

Ein komplexes Thema, fehlende Informationen oder mauernde Behörden: Solche Herausforderungen bringen Recherchen ins Stocken. Um sie zu überwinden, braucht es Zeit – und Kolleg:innen, die zuhören und neue Impulse geben. Das ermöglicht dieser Workshop: Teilnehmende berichten von ihren schwierigen Recherchen und wir überlegen als Gruppe Lösungsansätze. Bitte bringt dafür eure eigenen Recherchefragen mit.

Maria-Mercedes Hering leitet das Projekt Lokaljournalismus bei Netzwerk Recherche. Dazu gehört auch der Support Desk Lokale Recherche, eine Anlaufstelle für Lokaljournalist:innen mit Recherchefragen. Hier berät sie per Telefon und E-Mail zu Fragen rund um Handwerk, Methoden, Tools und Ethik des Journalismus.

Workshopgebende

Maria-Mercedes Hering

Projektleiterin Lokaljournalismus

Netzwerk Recherche

© Franziska Senkel

Lokaler Investigativ-Journalismus trotz Spardruck – wie Kooperationen helfen

Wie lässt sich vermeiden, dass Investigativ-Journalismus zum Privileg großer Medien wird, wenn Lokalredaktionen immer weiter ausgedünnt werden? Ein Ansatz können gemeinsame Recherchen sein. Wir überlegen uns an einem Beispiel, welche Gedanken man sich bei einem lokalen, medienübergreifenden Investigativ-Projekt davor und währenddessen machen sollte, testen nützliche Tools und sprechen über Fallstricke.

Anna-Sophie Kächele ist Lokalreporterin bei der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten und seit Anfang des Jahres Investigativ-Koordinatorin des Medienhauses Neue Pressegesellschaft (u. a. auch Südwestpresse, Lausitzer Rundschau). 2026 wurde sie von Netzwerk Recherche mit dem Fellowship Lokale Recherche gefördert.

Workshopgebende

Anna-Sophie Kächele

Redakteurin & Investigativ-Koordinatorin

Stuttgarter Zeitung/Nachrichten

© Leif Piechowski

Marktplatz der Fördermöglichkeiten

Welche Unterstützungsangebote gibt es für lokaljournalistische Formate, Recherchen, Geschäftsmodelle und Innovationen?

Beim Marktplatz der Fördermöglichkeiten habt ihr die Gelegenheit, euch direkt mit Vertreter:innen verschiedener Institutionen auszutauschen. Im persönlichen Gespräch geben Förderexpert:innen vom MIZ Babelsberg, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), von Netzwerk Recherche, dem Media Forward Fund und dem Creative Europe Desk Berlin-Brandenburg Einblicke in ihre Förder- und Unterstützungsangebote, Bewerbungsverfahren und Voraussetzungen. Eine ideale Gelegenheit, Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und passende Unterstützung für eure Ideen und Projekte zu finden.

Zeitplan

Ablauf der Veranstaltung

  • 09:00 Uhr

    Einlass

  • 09:30 Uhr

    Begrüßung und Beginn der Veranstaltung

  • 09:40 Uhr

    Inspiration Keynote

  • 10:00 Uhr

    Get to know the Projects & Workshops

  • 10:45 Uhr

    Pause

  • 11:00 Uhr

    Workshop-Phase 1

  • 13:00 Uhr

    Lunch

  • 14:00 Uhr

    Workshop-Phase 2

  • 16:00 Uhr

    Pause

  • 16:10 Uhr

    Präsentation der Ergebnisse

  • 16:30 Uhr

    Markplatz der Fördermöglichkeiten, Networking, Get-together & Ausklang

Kooperationspartner

Der Inspiration Day ist eine gemeinsame Veranstaltung des MIZ Babelsberg, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg und von Netzwerk Recherche.

Datenschutzhinweis

Diese Veranstaltung wird durch das MIZ Babelsberg und seine Projektpartner aufgezeichnet. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklärt ihr euer Einverständnis, dass Bild- und Tonaufnahmen, die von euch als Teilnehmende gemacht werden, zur Dokumentation gespeichert werden und gegebenenfalls auch auf den Websites und Social-Media-Kanälen des MIZ und seine Projektpartner abrufbar sind. Verantwortlicher im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist das MIZ. Weitere Informationen zur Datenverarbeitung des MIZ findet ihr unter "Datenschutz".

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Ansprechperson

Theres Herzberg

Innovationstransfer

Theres verantwortet im Bereich Innovationstransfer die Konzeption, Koordination und Umsetzung von Veranstaltungen und Projekten.