Tatort Radweg - Spurensicherung und Citizen Science mit Radmesser - Swipe-Story zur Verkehrssituation in Berlin

Michael Gegg, Hendrik Lehmann und David Meidinger vom interdisziplinär besetzten Innovationsprojekt „Radmesser“ haben gemeinsam mit dem Berliner Tagesspiegel eine umfassende Swipe-Story zum Radwegenetz in Berlin und zur Sicherheit von RadfahrerInnen im Verkehr veröffentlicht.

BürgerInnen können sich am Projekt beteiligen

Mit einem Sensor am eigenen Fahrrad können sich interessierte RadlerInnen an der Messung von Überholabständen im fließenden Verkehr beteiligen. 100 Sensoren stehen dafür kostenlos zur Verfügung, sie werden einfach an den Fahrradrahmen geschnallt und los geht’s - in Verbindung mit einem Smartphone können so sichere Daten zum Verkehrsgeschehen ermittelt werden. 

Abstände sichtbar machen

Auf diese Weise soll erkennbar werden, auf welchen Strecken Fahrräder durch zu eng überholende Fahrzeuge besonders stark gefährdet sind. Denn trotz der entsprechenden Gesetzgebung machen Menschen Fehler, im Straßenverkehr oftmals mit besonders fatalen Folgen für RadfahrerInnen. Welche Handlungsempfehlungen sich für die Verkehrsplanung ableiten lassen, wollen die Journalisten mit Ihrer Hilfe herausfinden.

Nur knapp die Hälfte aller Haushalte nutzt überhaupt ein Auto in Berlin, dennoch trauen sich viele nicht auf’s Rad.

Offenbar begründet, denn die Statistik erfasst regelmäßig hohe Unfallzahlen. Laut Rechtsprechung müssen AutofahrerInnen zwar einen Überholabstand von mindestens 1,50 m einhalten, wenn sie Fahrräder überholen. Je nach Typ des eigenen Fahrzeugs, Straßenbeschaffenheit oder auch abhängig davon, wer auf dem Fahrrad sitzt, ist dieser Abstand zu vergrößern. Die Realität sieht aus RadfahrerInnenperspektive zumeist jedoch anders aus.

Hintergrund - Mobilitätsgesetz in Berlin

Seit Juli 2018 ist in Berlin das erste Mobilitätsgesetz in Kraft. Sicher, umweltschonend und barrierefrei sollen BürgerInnen von A nach B gelangen, so lautet die stadtplanerische Vision für die neue Mobilität. Die Leitlinie ist zudem „Vision Zero“, die bestmögliche Minimierung von Unfallopfern und Verletzten. Geplant ist unter anderem der Umbau zahlreicher Straßen und der Ausbau des Radwegenetzes. Auf Autos soll zunehmend verzichtet werden, denn in Ballungszentren wie Berlin leidet die Lebensqualität unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen.

Faktenbasierte Berichterstattung mit Radmesser

Mit dem Projekt Radmesser soll nun eine Bestandsaufnahme der tatsächlichen Verkehrssituation für Fahrräder erfolgen. Die gewonnenen Daten sollen eine faktenbasierte Berichterstattung zum Thema ermöglichen und können zudem dazu dienen, sinnvolle Maßnahmen für die Radwege-Verkehrsplanung in Berlin abzuleiten und so das Unfallrisiko zu senken. 

>>> Tagesspiegel-Swipe-Story: Radmesser

>>> Tagesspiegel-Artikel "Gefährliche Nähe auf Berlins Straßen"

>>> über das Innovationsprojekt Radmesser